Karneol, Sarder

Karneol

Ein warmes, lebendiges Rot kommt dem Betrachter vom Karneol entgegen. Feinste mikroskopisch kleine Kieselfaserkristalle bilden als Gewebe das Grundgerüst der Karneolsubstanz. Sie gehört also zu den Varietäten des Chalzedons und innerhalb dieser Mineralgruppe wiederum zu den Achaten. Die Entstehung der Achate und das Vorkommen des Karneols sind beim Sardonyx beschrieben und können hier nachgelesen werden.

 

Der Name „Karneol“ geht zurück auf das lateinische „carneolus“, das ein fleischfarbenes Rot bezeichnet. Vor allem in der Antike wurde der Karneol „Sarder“ genannt. Heute wird ein eher bräunlicher Achat als Sarder und ein eher rötlicher als Karneol bezeichnet. Der Karneol ist ein Stein, der das lebendige, beständig wärmende Rot in seinem Namen trägt.

 

Dem warmen Rot des Karneols gesellt sich zuweilen ein erdiges Braun der Chalzedone hinzu. Der ganze Eindruck, den der Karneol auf die menschliche Seele macht, ist von gelassener, bodenständiger Zufriedenheit, aber nicht, weil der Mensch satt ist, sondern weil er durch Anstrengung zu einer Übereinstimmung von dem, was wirkt und dem, was ist in der Welt gelangt ist. Das Bild des inneren Gleichgewichtes zeigt sich im Tierkreis im Zeichen der Waage. Im menschlichen Leib ist es die Hüfte und das Kreuz, wo der Mensch seine tragende Region besitzt.

 

In der Antike haben Gemmenschneider plastische Reliefs aus dem Sarder geschnitten und die rote Karneolsubstanz als Motiv vor der weißen Chalzedonsubstanz auftreten lassen. Der Karneol ist der siebte der Zwölf Edelsteine.

   weiterführende Literatur

  • Walter Cloos (1956): Kleine Edelsteinkunde, Novalis Verlag, Freiburg

  • Philipp Schmidt (1948): Edelsteine. Ihr Wesen und ihr Wert bei den Kulturvölkern, Verlag der Buchgemeinde, Bonn

  • Friedrich Benesch (1993): Apokalypse. Die Verwandlung der Erde. Eine okkulte Mineralogie, 2. Auflage, Urachhaus, Stuttgart