Chalzedon

Chalzedon

Frisch zeigt sich das lichte Blau des Chalzedons. In Knollen und Drusen kommt er in Porphyren, Basalten sowie in den Achatmandeln der Melaphyre der südlichen Kontinente vor. Benannt ist der Chalzedon nach der Stadt Chalkedon, einer antiken Fundstelle von Mineralen am Bosporus.

 

Quarzkristalle in feinsten Fasern bilden als Gewebe das Grundgerüst des Chalzedons. Eingelagert in dieses Gerüst liegen amorphe Kolloide des Opals. Kein Metall färbt den Chalzedon ein, es ist allein seine eigene Beschaffenheit, die die hellblaue Farbe erscheinen lässt: Licht und Finsternis brechen sich an der Lamellenstruktur, spielen im Gerüst der Kieselsubstanz so miteinander, dass der Stein sein helles Himmelblau erhält.

 

Das Himmelblau des Chalzedons gibt der menschlichen Seele einen ganz anderen Eindruck als das Dunkelblau des Saphirs. Einen Wandel zu schaffen von dem dunklen, geheimnisvollen Blau zum lichten, umfassenden Blau, dazu bedarf die Seele des Menschen einer Anstrengung, nicht in dem Gewöhnten zu verharren, sondern sich zum Lichte zu bewegen. Dafür bedarf sie des Mutes. Mut ist die Tugend des Menschen, die im Chalzedon ahnbar wird. Auch im Leib des Menschen gibt es Glieder, die Kraft und Bewegung mutvoll vom einen zum anderen führen. Das sind Knie und Ellenbogen für Gang und Griff des Menschen, so dass der Mensch zu dem komme, was er sich vorgenommen hat, was noch nicht erarbeitet wurde. Als zehnter der Zwölf Edelsteine ist der Chalzedon dem Sternzeichen des Steinbocks zugeordnet.

   weiterführende Literatur

  • Walter Cloos (1956): Kleine Edelsteinkunde, Novalis Verlag, Freiburg

  • Philipp Schmidt (1948): Edelsteine. Ihr Wesen und ihr Wert bei den Kulturvölkern, Verlag der Buchgemeinde, Bonn

  • Friedrich Benesch (1993): Apokalypse. Die Verwandlung der Erde. Eine okkulte Mineralogie, 2. Auflage, Urachhaus, Stuttgart