
Beryll

In warmem, klarem Gelb zeigt sich der Heliodor. Heliodor ist der Edelstein des gelben Berylls, Smaragd des grünen, Aquamarin des blauen und Morganit des rosafarbenen Berylls. Mineralogisch sind diese Steine Beryllium-Aluminium-Silikate. Sie kommen in den aus der Tiefe des Urgesteins in höhere Schichten aufgedrungenen Pegmatiten des südlichen Afrikas und in Südasien vor.
Der Name des Berylls stammt aus der alten, indischen Prakrit-Sprache. Dort bedeutete „verulijam“ „Stein“. Heliodor wiederum ist ein griechisches Wort: „helios“ ist die Sonne und „doro“ das Geschenk. Heliodor ist also der Edelstein, der das „Geschenk der Sonne“ in seinem Namen trägt.
Was die Sonne der Erde schenkt, ist zweierlei: Zum einen das alles erhellende Licht in der klaren Luft, zum anderen die alles durchdringende Wärme. Auch die menschliche Seele tritt mit solchen Eigenschaften auf. Sie hat die Fähigkeit mit den Sinnen des Menschen einerseits einen klaren Gedanken zu durchschauen und zu verstehen, andererseits die Wärme zu empfinden. Im Mitdenken der Gedanken anderer Menschen gelangt der Mensch zum Verstehen anderer Wesen in der Welt, und aus dem Verständnis ersprießt durch Herzenswärme das Mitgefühl für die anderen in der Welt. Das Mitleid ist die Tugend des Menschen, die im Heliodor sinnenfällig geworden ist.
Auch im menschlichen Leib gibt es eine Region, wo die Impulse zum mitfühlenden Denken beheimatet sind: das ist das Herz. Als fünfter der Zwölf Edelsteine ist der Heliodor dem Sternzeichen des Löwen zugeordnet.
weiterführende Literatur
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Walter Cloos (1956): Kleine Edelsteinkunde, Novalis Verlag, Freiburg
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Philipp Schmidt (1948): Edelsteine. Ihr Wesen und ihr Wert bei den Kulturvölkern, Verlag der Buchgemeinde, Bonn
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Friedrich Benesch (1993): Apokalypse. Die Verwandlung der Erde. Eine okkulte Mineralogie, 2. Auflage, Urachhaus, Stuttgart