Hyazinth

Hyazinth

Bräunlich-rot funkelt der Hyazinth. Seine Fundorte liegen auf den südlichen Kontinenten der Erde. In der Mineralogie ist er ein Zirkonium-Silikat. Die Zirkon-Minerale stecken in den Syeniten der aus der Tiefe der Urgesteine emporgestiegenen Gesteinsmassen der Pegmatite, als auch in den Klüften der darüber liegenden kristallinen Schiefer.

 

Seinen Namen erhielt der Stein nach einer Begebenheit in der griechischen Sage. In Sparta herrschte einst König Amyklas und auch sein Sohn lebte bei ihm. Hyakinthos war sein Name und er stand hoch in der Gunst des Apolls. Im Spiel des einen mit dem anderen erprobten sie ihre Geschicklichkeit, jedoch: Apollon gewann die Überhand und in einem unglücklichen Wurf löste sich sein Diskus und tötete den Jüngling. Als das rote Blut in die braune Erde sickerte, da ließ Apollon eine Pflanze emporwachsen, die Hyazinthe. Jedes Jahr nun feierten die Spartaner im Sommer das Fest des Hyakinthos und des Apollon, das Fest der Verbindung eines Gottes und eines Menschen. Der Name der Pflanze ging auf den Edelstein über.

 

In der Farbe des Hyazinthes spielen zwei Farben miteinander: das antreibende Rot und das leuchtende Gelb. Beide durchdringen sich und steigern sich zum diamantenen Funkeln und bilden gerade nicht durch Mischung ein einfaches Orange, nein, sie stehen in einem freien Gleichgewicht. Die menschliche Seele kann ein Gleichgewicht suchen in dem, wie sie auf alles das eingeht, was sie in der Welt vorfindet: durch ihren Willensdrang oder durch klärenden Verstand. Schafft sie es, dass nicht der eine die Überhand über den anderen gewinnt, sondern Wille und Gedanke sich durchdringen und steigern, so kommt es zur tätigen Handlung des Menschen in der Welt. Die Steigerung zum Gleichgewicht ist die Tugend des Menschen, die im Hyazinth sinnenfällig geworden ist.

 

Die Region im menschlichen Leib, wo der Mensch Wille und Gedanke kundtut, und das im Formen des Wortes, das ist die Kehle mit der zur Sprache gehörigen Organisation von Hals, Nase, Ohr und Mund. Als zweiter der Zwölf Edelsteine ist der Hyazinth dem Sternzeichen des Stieres zugeordnet.

   weiterführende Literatur

  • Walter Cloos (1956): Kleine Edelsteinkunde, Novalis Verlag, Freiburg

  • Philipp Schmidt (1948): Edelsteine. Ihr Wesen und ihr Wert bei den Kulturvölkern, Verlag der Buchgemeinde, Bonn

  • Friedrich Benesch (1993): Apokalypse. Die Verwandlung der Erde. Eine okkulte Mineralogie, 2. Auflage, Urachhaus, Stuttgart